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Über Individualität bei Mill am Beispiel von Transsexualität

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es, dass über 99% der Menschen tatsächlich in ihrem biologischen Geschlecht leben wollen? – Wenn wir  darüber  nachdenken  und  ehrlich  antworten,  müssen  wir  sagen,  wir  wissen  es  nicht.  Ich  will  hier auch nicht weiter darauf eingehen. Was sich dennoch mit ziemlicher Sicherheit sagen lässt, ist, dass es biologische Wurzeln für die frühkindliche Identitätsentwicklung gibt, dass das soziale und kulturelle Um- feld einen prägenden Einfluss auf das Verhalten der Person haben und dass es ohne eigenen Willen un- denkbar wäre, dass sich eine Person über biologische und soziale Widerstände hinwegsetzt, um in der anderen Geschlechterrolle zu leben. 2. Mills Position 2.1 Freiheit für wen? Ein  möglicher  Umgang  mit  Transsexualität  ist,  die  betroffenen  Personen  als  unmündig  zu  betrachten. Dann ist es gar nicht nötig, dass wir uns mit solchen Fragen befassen, die durch «das gestörte Verhalten geisteskranker Menschen» aufgeworfen werden. John Stuart Mill sagt dazu: «Es ist vielleicht kaum nötig zu betonen, dass diese Lehre [der Freiheit] nur auf Menschen mit völlig ausgereiften Fähigkeiten anzu- wenden  wäre»  (Mill  1974:  17).  Fachkundige  Ärzte  und  Psychiater  könnten  dann  von  aussen  bestimmen, was gut für die transsexuelle Person ist, denn «wer sich noch in einem Stande befindet, wo andere für ihn sorgen müssen, den muss man gegen seine eigenen Handlungen ebenso schützen wie gegen äussere Unbill» (Mill 1974: 17). So lange ein Mensch nicht fähig ist, zu seiner «eigenen Vervollkommnung durch Überzeugung  oder  Überredung  geleitet  zu  werden»  (Mill  1974:  18),  «bis  dahin  ist  [ihm]  nichts  als  still- schweigender Gehorsam [...] angemessen - wenn [er] so glücklich [ist], einen [Herrscher] zu finden» (Mill 1974: 17f). Mit diesem Recht hat man früher bekennende Transsexuelle in Nervenheilanstalten mit Elektro- schock «therapiert». Trotz dieser drastischen Mittel blieb der Erfolg aus. Zum Einsatz solcher Methoden meint Mill dann doch, dass «die Mittel dadurch gerechtfertigt werden, dass man den Zweck wirklich er- reicht» (Mill 1974: 17), was höchst fragwürdig erscheint. Bisher bin ich stillschweigend davon ausgegangen, dass Mill die Meinung teilt, Transsexuel- le seien  als  unmündig  zu  betrachten.  Doch  es  gibt  gute  Gründe,  die gegen diese  Annahme  sprechen: Transsexuelle sind  genau  so  intelligente  und  anständige  Menschen  mit  «ausgereiften  Fähigkeiten»  wie andere  auch.  Zumindest  so  lange  der  Transsexualismus  verborgen  oder  ein  gut  gehütetes  Geheimnis bleibt, ist Transsexuellen kaum etwas Aussergewöhnliches anzumerken. Und selbst bei offen gelebtem Transsexualismus  wäre  es  absurd  und  willkürlich,  ihnen  die  Mündigkeit  abzusprechen,  nur  weil  ihre Vorstellungen des guten Lebens in einem Bereich nicht mit jenen der Mehrheit überein stimmen. Dazu Mill: Aber der Mann und – noch mehr – die Frau, die beschuldigt werden können, etwas getan zu haben, «was niemand tut», oder unterlassen zu haben, «was jeder tut», werden Gegen- stand so vieler abfälliger Bemerkungen, wie wenn er – oder sie – irgend ein schweres Ver- brechen begangen hätte. [...] denn wer mit zu viel Nachsicht rechnet, läuft das Risiko von etwas Schlimmerem als Verunglimpfung: er ist in Gefahr, als Geisteskranker behandelt [...] zu werden. (Mill 1974: 94f) Und in einer Anmerkung zu dieser Stelle fährt er fort: Was «nur den Anschein von etwas nicht absolut Normalem trägt, wird vor Gericht – oft mit Erfolg – als Beweis von Verrücktheit vorgelegt», denn «Richter und  Geschworene  [können]  nicht  einmal  fassen,  dass  eine  gesunde  Person  solche  Freiheit  wünschen kann»  (Mill  1974:  95).  Mill  warnt  eindringlich  vor  der  «Tyrannei  der  Mehrheit»  (Mill  1974:  9)  und  vor «sozialer Tyrannei», die «fürchterlicher als viele andere Arten politischer Bedrückung» sei, «da sie viel Esther Brunner: Über Individualität bei Mill am Beispiel von Transsexualität Seite 5
  
Geheimwissen männlicher Multi-Orgasmus (Taschenbuch)
von Mike Kleist
Siehe auch:
Der perfekte Liebhaber. Sextechniken, die sie verrückt machen.
von Lou Paget
Schon wieder zu früh . . .? Das 3-Stufen-Programm zur Beseitigung von vorzeitigem Samenerguß.
von Michael J. Pfreunder
Der multiple Orgasmus des Mannes. So kommen Sie nicht mehr zu früh und können mehrere Höhepunkte erleben.
von Jan Aalstedt
Angriffsziel: Frau! Tips und Tricks zum erfolgreichen Erstkontakt. Ein taktischer Führer für Profis und solche, die noch viel lernen müssen!
von Christian Haas
 
    
     
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