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Über Individualität bei Mill am Beispiel von Transsexualität

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1. Einleitung 1.1 Motivation und Fragestellung In dieser Proseminararbeit werde ich der Frage nachgehen, ob, ausgehend von Mills Prinzip der Freiheit, die Freiheit zur  Selbstbestimmung  des eigenen  Geschlechts zu befürworten sei. Die Fragestellung mag seltsam anmuten, wird doch das Geschlecht von den meisten Menschen auch heute noch als etwas von der Natur Gegebenes und Unverrückbares verstanden. Einige Menschen leiden aber sehr darunter, durch die körperlichen Gegebenheiten und den sozialen Druck in eine für sie subjektiv nicht passende Form gepresst zu werden. Soll man den Willen einer solchen Person respektieren und sie als ihrem selbst emp- fundenen Geschlecht zugehörig anerkennen oder soll man sich statt dessen auf die eigene Intuition ver- lassen und die Person nach ihrem Aussehen, Verhalten und ihrer sexuellen Orientierung dem einen oder anderen Geschlecht zuordnen? John Stuart Mill hat sich nicht mit dem konkreten Beispiel von Transsexu- alität auseinander gesetzt. Vermutlich war ihm dieses Phänomen unbekannt. Deshalb kann ich nur spe- kulieren, wie sich Mill dazu geäussert haben könnte. Dennoch lassen sich Analogien finden und seine Ausführungen haben ja den Anspruch, allgemeine Prinzipien zur Handhabung der Freiheit zu liefern. Im Umgang mit so genannt «Nicht-Normalem» treten zwei Gefahren auf: Konformismus, der soziale Druck sich selbst oder andere einem bestimmten, von der Mehrheit getragenen Ideal anzupassen, und Indiffe- renz, die scheinbare Toleranz und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben anderer. Und zu solchen Fra- gen nimmt Mill in «Über die Freiheit» sehr wohl Stellung. Transsexualität wirft eine ganze Reihe von kontroversen praktischen Fragen auf:1 Kann sich ein Mensch mit männlichem Körper überhaupt als Frau fühlen oder ist so jemand als geisteskrank zu be- trachten? Darf eine solche Person Frauenkleider anziehen und sich damit womöglich sogar in der Öffent- lichkeit  zeigen? Wie  soll  man  eine solche  Person  ansprechen?  Welche  Toilette  soll  eine  transsexuelle Person  benutzen?  Darf  ein  Mensch  seinen  Körper  selbst  designen?  Wer  soll  den  kostenintensiven Wunsch nach einer Geschlechtsanpassung bezahlen? Darf eine transsexuelle Person vor oder nach der Operation heiraten? Und darf sie Kinder adoptieren (oder zumindest behalten) und falls ja, gilt sie dann als Mutter oder als Vater? – In dieser Proseminararbeit kann ich unmöglich auf alle angedeuteten Prob- leme  eingehen.  Ich  konzentriere  mich  deshalb  auf  die  Frage,  ob  eine  transsexuelle  Frau  die  Freiheit haben sollte, in der Öffentlichkeit als Frau aufzutreten. Ich werde die Ansicht vertreten, dass Transsexua- lität als gleichberechtigte Lebensweise zu akzeptieren sei und dass jeder Mensch eine echte Wahl haben sollte, ob er «eine Frau» oder «ein Mann» werden will, unabhängig vom biologischen Geschlecht. In der Zwischenzeit halte ich es wie Mill: Was nun die von mir zu behandelnde Frage anbetrifft, so bin ich bereit, alle die mir durch das Vorurteil gestellten ungünstigen Bedingungen anzunehmen. [...] Ich lasse mir gefallen, dass das Urteil gegen mich lautet, bis ich nachgewiesen habe, dass der Richter selbst [die hergebrachte Sitte und das allgemeine Gefühl] bestochen sei. (Mill 1991: 10) Meine Motivation für diese Arbeit ist die persönliche Betroffenheit. Als transsexuelle Frau kenne ich die damit  verbundene  Unsicherheit  in mir  selbst und  bei Menschen,  die  mit  mir  zu tun  haben.  Mein An- spruch an praktische Philosophie, wenn sie selbst praktischen Sinn haben soll, ist, dass sie real existie- renden Menschen Orientierungshilfe für ihre tatsächlichen Probleme geben kann. Ich hoffe, zum Nach- denken anregen zu können, ob einiges von dem, was wir für selbstverständlich halten, nicht auch ganz anders sein könnte. 1 Weil im Allgemeinen nicht damit gerechnet wird, dass die biologische und die persönliche Geschlechtsidentität nicht überein- stimmen, ist auch der Sprachgebrauch dem entsprechend kompliziert. Der Einfachheit halber verwende ich in dieser Arbeit oft das mir naheliegende Beispiel einer transsexuellen Frau (Mann-zu-Frau, also mit ursprünglich männlichem Körper), obwohl die umge- kehrte Situation von Frau-zu-Mann-Transsexuellen etwa gleich häufig vorkommt. Esther Brunner: Über Individualität bei Mill am Beispiel von Transsexualität Seite 3
  
Die perfekte Liebhaberin. Sextechniken, die ihn verrückt machen (Taschenbuch)
von Lou Paget,
Beate Gorman
Siehe auch:
Der perfekte Liebhaber. Sextechniken, die sie verrückt machen.
von Lou Paget
Sex-Knigge für Frauen. Ein Mann verrät, wie Sie die perfekte Liebhaberin werden.
von Jan van Amstel
Der Super Orgasmus. Höhepunkte zum Abheben.
von Lou Paget
Die perfekte Leidenschaft. 365 Tipps und Techniken, die sie und ihn verrückt machen
von Lou Paget
 
    
     
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