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Über Individualität bei Mill am Beispiel von Transsexualität

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gegenüber fühlen sich Transsexuelle alleine, unverstanden und ausgeschlossen. Auch das kamm als Leid oder Schaden bezeichnet werden. Neben dem gesellschaftlichen  und juristischen Respekt vor der  Ent- scheidung,  im  anderen  Geschlecht zu  leben, scheint  mir  deshalb auch eine  nicht-tendenziöse  Aufklä- rung geboten. Transsexuelle haben ein Recht darauf zu erfahren, dass noch andere Menschen ganz ähn- liche Gefühle und Probleme haben, welche Möglichkeiten für das Leben zwischen oder jenseits der tra- ditionellen Geschlechtergrenzen es gibt und dass ihre Lebensweise, für welche sie sich auch immer ent- scheiden, in Ordnung ist, so lange sie anderen kein Leid zufügen. Zu bemerken ist, dass es sich bei den oben angeführten Beispielen nicht um Partikularrech- te für Transsexuelle handelt, sondern die Abwesenheit dieser Rechte würde eine faktische Ungleichbe- handlung bedeuten. Mill hat sich zu Lebzeiten vehement für gleiche Rechte für alle eingesetzt z.B. für die Gleichstellung der Frau: Die Gleichheit der Eheleute vor dem Gesetz ist nicht allein die einzige Art, dieses Verhältnis nach  beiden  Seiten  mit  der  Gerechtigkeit  in  Übereinstimmung  zu  bringen  und  zu  einer wahren Quelle  des Glücks für  beide  Seiten zu machen,  sondern  auch das einzige Mittel, das tägliche Leben der Menschheit im höheren Sinne des Wortes zu einer Schule morali- scher Veredelung zu gestalten. (Mill 1991: 72) 3. Schluss 3.1 Ausblick und offene Fragen Zum Schluss komme ich nochmals auf die eingangs gestellte Fragestellung zu Konformismus und Indiffe- renz zurück. Wie wir gesehen haben, lässt sich die Forderung, dass Transsexuelle sich anpassen sollten, nicht mit Mills Argumenten vereinbaren: Dies Prinzip [verlangt die] Freiheit, einen Lebensplan, der unseren eigenen Charakteranla- gen entspricht, zu entwerfen und zu tun, was uns beliebt [...] – so lange wir ihnen [unseren Zeitgenossen] nichts zu Leide tun –, selbst wenn sie unser Benehmen für verrückt, verderbt oder falsch halten. (Mill 1974: 20) Doch wie steht es mit der Gleichgültigkeit gegenüber fremdem Leben, wie leidvoll es auch immer sein mag? Besteht nicht auch eine Verpflichtung zu helfen? – Dazu Mill: Statt einer Verminderung brauchen wir eine grosse Vermehrung uneigennütziger Bemühun- gen um das Wohl der anderen. Selbstlose Güte kann aber andere Werkzeuge finden, wenn es gilt, jemanden zu seinem Besten zu überreden, als Peitsche und Geissel, sei es im wörtli- chen oder bildlichen Sinne. (Mill 1974: 104) Hilfe ist also geboten, sofern sie nicht gegen den Willen der betroffenen Person geht. Aber darf man je- manden zwingen zu helfen? Es  gibt  aber  auch  manche  positiven  Handlungen  zum  Besten  anderer,  zu  deren  Vollzug man mit Recht Zwang anwenden kann [...]. [...] Man kann anderen nicht nur durch seine Taten, sondern auch durch seine Untätigkeit Übles antun, in beiden Fällen ist man ihnen rechtlich  für  den  Schaden verantwortlich.  Der zweite Fall fordert  allerdings eine viel vor- sichtigere Handhabung des Zwangs als der erste. (Mill 1974: 18f) Ich habe [...] eine grosse Reihe von Fragen [...] zurückgestellt, die zwar eng mit dem Thema dieser Abhandlung verbunden sind, aber genau genommen doch nicht dazu gehören. [...] Das Problem  [in diesen Fällen]  ist nicht, die Handlungen  der Individuen einzuschränken, sondern sie zu unterstützen. Es wird gefragt, ob die Regierung etwas zu ihrem Besten tun oder veranlassen  sollte, statt es ihren  individuellen oder gemeinsamen  Anstrengungen auf freiwilliger Basis zu überlassen. (Mill 1974: 149) Ich denke, dass ein lebenspraktisch bedeutungsvoller Begriff von Freiheit sich nicht darauf Esther Brunner: Über Individualität bei Mill am Beispiel von Transsexualität Seite 11
  
Warum noch darauf warten? Sextipps für Frauen. (Taschenbuch)
von Sylvia de Bejar
Siehe auch:
Aphrodites Töchter. Wie Frauen zu erfüllter Sexualität finden
von Diana Ecker
Sex-Knigge für Frauen. Ein Mann verrät, wie Sie die perfekte Liebhaberin werden.
von Jan van Amstel
Sex für Fortgeschrittene. Der Erotik-Ratgeber, von dem die Welt spricht
von Arne Hoffmann
Der Venus-Effekt
von Anne West
 
    
     
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